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Kollege Schneider! Das Jahr auf dem Planeten Pop wäre nicht komplett ohne DAS Konsens-Album! Also das Pop-Rock-Indie-Alternative-Mainstream-Underground-HipHop-Hardcore-Crossover-Freestyle-Electro-R&B-Rave-Soul-Folk-Songwriter-Weirdo-Hastdunochniegehört-Album (bitte wählen Sie die ihnen affinen Subkategorien).
Darauf kann sich alles und jeder quer durch alle noch so orthodoxen Lager einigen - außer natürlich die verlorenen Seelen des Dieter-Bohlen-Paralleluniversums, die Musikantenstadl-Taliban und vielleicht noch die wilden, unmissionierten Stämme der Schwermetall fördernden Mattenmänner. Dabei ergeben sich gerade hier via verbindenden Wurmlöchern zum großen Stromgitarren-Pool immer wieder überraschend fruchtbare Synergien.
Und so erhebt sich im Blätterwald des Musik-Feuilletons zyklisch ein Unisono-Lobgesang, der zumeist davon handelt, das wir es hier nicht mit einem simplen Stück Musik zu tun haben, sondern mit einem Klang gewordenen Akt der Transzendenz, der verstanden und angenommen werden muss, da als einzig alternative Konsequenz nur sinnloses Weiterexistieren in düsterer, pophistorischer Unwissenheit droht. Konsens-Alben kommen zumeist nicht aus dem Nichts, sie bedürfen der Vorbereitung, sowohl durch die Künstler, als auch durch die Rezipienten.
"The Suburbs" ist ein perfektes Beispiel: Arcade Fire bauten mit ihren beiden voran gegangenen, vorzüglichen Alben "Funeral" und "Neon Bible" quasi die Schanze, auf der "The Suburbs" nun den Absprung in den Rang eines kanonischen Indie-Klassikers geschafft hat. Damit wir uns nicht falsch verstehen: "The Suburbs" ist ein richtig gutes Album von einer Band, die ohnehin unfähig ist irgendetwas Belangloses zu produzieren, wurde aber inzwischen derart übertrieben nach allen Regeln der Polysemantik zu etwas aufgeblasen, was es schlicht und ergreifend nicht sein kann und wohl auch nicht sein will. Was genau es sein soll, darf inzwischen jeder selbst rein interpretieren, Hauptsache überwältigend groß.
Und damit schadet man einem Werk, das trotz seines Konzeptcharakters am ehesten nach einer inspirierten Momentaufnahme klingt - und es schadet allem, was danach noch kommen soll.
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