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| Meinung - Entertainment | ||||||
| Geschrieben von: Gabriele Dix | ||||||
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Wie gut die Show „Germany's Next Topmodel“ gemacht ist, zeigt sich immer beim gräßlichen Finale. Einheitlich aufgedonnerte Mädchen zitieren auswendig gelernte Sprüche in eine sicherlich nicht von ihnen selbst aufgeheizte Menge. Sowohl Heidi als „ihre Jungs“ stammeln Nichtigkeiten ins Mikrophon, und die so genannten Live-Shootings auf der Bühne wirken wie das mühevoll einstudierte Abendprogramm einer Ferien-Clubanlage. Langweilig, peinlich, banal.
Ganz anders der Rest der Staffel. Wer auch immer hier die Feder führt, es ist ein Könner. Die Dramaturgie stimmt. Kaum Längen, ein bisschen Spannung und vor allem interessante Einblicke. Wahrscheinlich nicht in den echten Modellalltag. Auf jeden Fall aber, wie man mit hübschen, aber unerfahrenen Mädchen richtig tolle Fotos macht. Wie man aus Mädchen Typen macht. Wie groß der Unterschied zwischen bewegtem Bild und Foto sein kann: Sind es doch immer wieder vergleichsweise unscheinbare Mädchen, die nachher die tollsten Fotos hinkriegen. Wie unterschiedlich man über einen Laufsteg laufen kann. Wie professionell Heidi neben den Newcomern wirkt – und sei es, weil sie so inszeniert wird. Wir befinden uns im Showbusiness. Hier darf nicht nur, hier muss geschummelt, geschönt und selbstverständlich auch selbstvermarktet werden. Ob aus einer tatsächlich mal ein Supermodel wird, ist für den Zuschauer ziemlich egal. Zumindest sind die Werbeshootings echt, die während der Staffel gemacht werden. Die eine oder andere Zicken-Episode ist sicherlich am Redaktionstisch entstanden, doch ohne diese kleinen, dämlichen Geschichtchen würde die Dramaturgie nicht funktionieren. Dass alle paar Staffeln mal die Juroren ausgewechselt werden, ist Teil des Konzepts. Hohe Wiedererkennung, aber ständige Variationen. Legitim und wahrscheinlich notwendig. Natürlich ist ein Modellcasting Fleischbeschau, öffentlich ausgetragenen Konkurrenzkampf und auch Heulerei vor laufender Kamera. Wobei die Einblicke ins echte Privatleben der Mädchen rar und harmlos sind im Vergleich nahezu allen zu anderen Reality-Shows. Heidi Klum hat sicherlich recht, wenn sie wieder und wieder betont, dass es im echten Modellleben knallhart zugeht. Ein Modell verkauft seinen Körper, deswegen kann eine Modell-Casting-Show nicht diskret menschenwürdig mit dem Äußeren junger Mädchen umgehen. Dass viele von ihnen eher dünn als schlank sind, spiegelt das Schönheitsideal der Modebranche wider. Das ist keine Erfindung von Heidi oder gar Günter Klum. Gesünder wären sicher zehn Kilo mehr, aber mit der echten Modewelt hätte die Show dann gar nichts mehr zu tun. Ob man Heidi Klum mag, steht auf einem völlig anderen Blatt – dort wo auch steht, dass man seiner eigene Tochter selbstverständlich eher den Finger abhacken als sie zum GNTM-Casting schicken würde.
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