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| Meinung - Politik | ||||||
| Geschrieben von: Joachim Vonderthann | ||||||
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Verehrter Dr. Bock! Eurokrise, Milliarden-Haushaltslöcher, WM-Aus für Ballack und dann tritt auch noch der Bundespräsident zurück. Hätte Lena Meyer-Landrut nicht gerade den Eurovison Song Contest erstmals nach 28 Jahren wieder für Deutschland gewonnen, hätte man den ganzen Laden wahrscheinlich schon längst zugesperrt und den Schlüssel unter einer dunklen Depressionswolke versteckt.
Nicht gerade wenig zum gefühlt schlechten Zustand des Landes hat die schwarz-gelbe Bundesregierung beigetragen. Aus der Wunschkoalition und dem selbst ernannten Reformbündnis des vergangenen Jahres ist in nur wenigen Monaten ein zerstrittener Haufen geworden, gegenüber dem die Vorgängerregierung aus Union und SPD mit Merkel und Steinmeier im Nachhinein wie eine harmonische Kaffeeklatschrunde anmutet. Während Schwarz-Rot das Land durch die weltweite Banken- und Finanzkrise weitgehend sicher, ruhig und kompetent führte, muss man sich in der aktuellen Eurokrise und bei der Diskussion um das anstehende Sparprogramm fragen, ob CDU, CSU und FDP sich ihrer Verantwortung wirklich bewusst sind. Dass auch die Bevölkerung den Glauben an die Regierungsparteien verloren hat, zeigen die jüngsten Umfragen: Nur noch 20 Prozent sind mit der Arbeit der Bundesregierung unter Angela Merkel zufrieden, eine Mehrheit wünscht sich gar die Große Koalition zurück. Doch Stop! So berechtigt das Murren der Deutschen über die Regierung Merkel/Westerwelle/Seehofer auch ist, ein Scheitern der schwarz-gelben Koalition und anschließende Neuwahlen kann sich unser Land im Moment nicht leisten! Wochenlanger Wahlkampf und vermutlich wieder nur knappe oder unmögliche Mehrheiten nach einem Urnengang würden Deutschland in einer Zeit lähmen, in der sowohl national als auch international gewaltige Aufgaben anstehen. Nein, die Regierungsparteien Union und FDP haben vielmehr gerade jetzt die verdammte Pflicht, ihre andauernden Scharmützel einzustellen, persönliche Befindlichkeiten zu ignorieren und schließlich das zu tun, wofür sie von einer klaren Mehrheit der Deutschen gewählt wurden: regieren! Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel muss ihre beiden Juniorpartner endlich bändigen und sich den dereinst von Westerwelle geprägten Satz „Auf jedem Schiff, das dampft und segelt, gibt es einen, der die Sache regelt – und das bin ich“ zu eigen machen. Gehen Sie nicht auch noch von Bord, Frau Merkel, sondern übernehmen Sie endlich das Steuer!
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