Home Politik Lasst endlich Westerwelles Liebesleben außen vor!
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Meinung - Politik
Geschrieben von: Joachim Vonderthann   

Verehrter Dr. Bock, eines wird FDP-Chef Guido Westerwelle sicher nicht gelingen: Zum beliebtesten Politiker des Landes zu werden - was sonst noch jedem deutschen Außenminister qua Amt gelungen ist. Sogar dem einstigen Sponti und Bürgerschreck Joseph Fischer. Dazu hat Westerwelle die durchaus nötige Diskussion um die Zukunft unseres Sozialstaats zu sehr mit dem Dampfhammer geführt. Gleichzeitig den Eindruck von Käuflichkeit durch die Parteispende eines Hotelunternehmers und das gleichzeitige Eintreten für eine Mehrwertsteuersenkung für das Gastgewerbe zugelassen. Dann kam die ungeschickte Zusammensetzung seiner Reisedelegation, was ihm den Vorwurf der Spezerlwirtschaft einbrachte. 

Doch bei aller berechtigten Kritik – die Art und Weise wie auf Westerwelle medial eingedroschen wird, trägt bedenkliche Züge. Man muss nicht so weit gehen wie FDP-Generalsekretär Christian Lindner, der gleich die Demokratie in Gefahr sieht. Ein Spitzenpolitiker steht im Feuer. Mal mehr, mal weniger. Aber so viel Polemik, Häme und Aggression, wie sie dem deutschen Außenminister derzeit entgegen schlägt, hat man lange nicht gesehen.

Besorgniserregend sind vor allem die Attacken auf Westerwelles persönliches Umfeld. Man muss dem Grünen-Politiker Volker Beck danken, der als erster öffentlich angeprangert hat, was in der Berichterstattung über die Reisebegleitung Westerwelles durch seinen Lebenspartner Michael Mronz latent zu finden ist: schwulenfeindliche Untertöne. „Ob der Lebensgefährte oder die Ehefrau ein Mitglied der Bundesregierung begleitet, tut nichts zur Sache", so Beck.

Diesen Ratschlag sollten auch Becks Parteifreunde, die übrige Opposition sowie die ach so liberale Presse beherzigen. Es ist unglaubwürdig, bei jeder Gelegenheit gesellschaftliche Diskriminierung von Homosexuellen zu thematisieren, zugleich aber Westerwelles gleichgeschlechtliche Begleitung auf Auslandsreisen derart schablonenhaft und polemisch zu kritisieren.

Für Westerwelle muss das Gleiche gelten, wie dereinst für so manchen rot-grünen Weiberhelden:  Beurteilt ihn nach dem, was er als Politiker im öffentlichen Raum anstellt und nicht nach dem, was er als Privatperson im Schlaf- oder Hotelzimmer treibt!

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